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    Buch Pflanzenhaarfarben - F.A.Q.

    Pflanzenhaarfarben (PHF) - Häufig gestellte Fragen

    Kategorien
    1. Allgemein
    2. Pro und Contra
    3. Pflanzenhaarfarben und Chemie
    4. Überlegungen vor dem Kauf
    5. Anrühren
    6. Die Färbung
    7. Nach der Färbung
    8. Probleme
    9. Cassia / Henna neutral



    1. Allgemein

    Wo erhalte ich nähere Informationen zu Pflanzenhaarfarben?
    In Godivas PHF-Artikeln: Übersicht - Anwendung

    Gibt es einen Unterschied zwischen den Begriffen Pflanzenhaarfarbe und Henna?
    Ja. Henna wird gerne als Oberbegriff für Pflanzenhaarfarben benutzt, ist aber eigentlich nur ein möglicher Bestandteil. Neben der Henna-Pflanze, die ausschließlich orange/rot färbt, gibt es noch einige weitere färbende Pflanzen wie z.B. die Indigo-Pflanze, Walnuss oder Kamille.

    Können alle färbenden Pflanzen die Haare färben?
    Leider nicht. Die Farbmoleküle in den Pflanzen müssen klein genug sein, um ins Haar eindringen zu können, und müssen im Stande sein, sich mit dem Keratin im Haar zu verbinden. Dies ist nicht bei allen Pflanzen gegeben.

    Sind Pflanzenhaarfarben eine Färbung oder Tönung?
    Eine Färbung. Das gilt insbesondere für alle Töne, die Henna enthalten. Henna dringt tief in das Haar ein und lässt sich nicht mehr rauswaschen.



    2. Pro und Contra

    Sind Pflanzenhaarfarben wirklich gesund?
    PHF können zwar keine Krankheiten heilen, aber im Gegensatz zu chemischen Haarfarben sind rückstandskontrollierte PHF gesundheitlich unbedenklich. Sie können sogar gefahrlos während der Schwangerschaft angewendet werden. Dem Henna wird nachgesagt, dass es bei Kopfhautproblemen hilft und sogar Läuse vertreiben kann.

    Machen Pflanzenhaarfarben die Haare wirklich dicker und glänzender?
    PHF können tief in das Haar eindringen, wo sie eine Verbindung mit dem Haarbestandteil Keratin eingehen. Dadurch wird das Haar dicker, es wird gestärkt und ist weniger anfällig für Haarbruch. Der Glanz entsteht durch die in den Pflanzen enthaltenen Gerbstoffe, die die äußere Schuppenschicht des Haares zusammenziehen.

    Warum raten einige Frisöre von Pflanzenhaarfarben ab?
    Das kann viele Gründe haben. Wenn ein Frisör dazu neigt, PHF grundsätzlich "schlecht zu machen", liegt es vielleicht einfach daran, dass er sein Geld mit Chemiefarben verdient, und dass man nicht so einfach zwischen PHF und Chemiefarben hin und her wechseln kann. Außerdem kursieren leider auch viele Falschinformationen über PHF, die oft durch Produkte entstehen, die gar keine reinen Pflanzenhaarfarben sind. Möchte ein Frisör seine Kunden lediglich ungerne mit PHF färben, wird es daran liegen, dass jedes Haar anders auf sie reagiert, und somit keine "Farbgarantie" gegeben werden kann.

    Sind Pflanzenhaarfarben das Richtige für mich?
    Wenn dir deine Gesundheit und auch die Gesundheit deiner Haare wichtiger sind als eine bequeme und farbsichere Anwendung von Haarfarben, ja. Aber bedenke, dass sich PHF schlechter auftragen lassen als Chemiefarben, dass sie einen eventuell unangenehmen Geruch hinterlassen, und dass das Farbergebnis nicht immer vorhersehbar ist. Oft muss mehrmals gefärbt und etwas experimentiert werden bis die gewünschte Haarfarbe erreicht ist. Aber das kann auch gerade sehr viel Spaß machen!

    Kann ich meine Haare mit Pflanzenhaarfarben aufhellen?
    Nein. Um Haare aufzuhellen, müssen die Farbpigmente im Haar zerstört werden. Dies ist nur mit aggressiven chemischen Mitteln wie Wasserstoffperoxid möglich. Zwar lässt sich mit Zitronensäure und Sonneneinstrahlung eine leichte Aufhellung erreichen, aber auch dies ist schädlich für die Haare.

    Kann ich meine hellen Haare mit Pflanzenhaarfarben dunkel färben?
    Das ist leider oft nur mit mehreren Färbedurchgängen möglich. Wenn du dunkelbraun oder schwarz werden möchtest, kann es durch das Indigo in den Farbmischungen sogar zu einem Grün-Stich kommen. Um dem vorzubeugen könntest du etwas Henna beimischen, oder aber die Haare direkt mit einem Rotbraunton vorpigmentieren.

    Kann ich mit Pflanzenhaarfarben Farb-Unterschiede im Haar ausgleichen?
    Bei einer einmaligen Färbung wirst du mit PHF wahrscheinlich keine ausreichende Deckkraft erzielen, um einen größeren Farb-Unterschied auszugleichen. Stell dich darauf ein, dass du mehrere Färbedurchgänge brauchen wirst.

    Kann ich mit Pflanzenhaarfarben kühle Töne (violett, blau) färben?
    Eher nicht. Du kannst versuchen, deine PHF mit Indigo zu mischen. Indigo ist bläulich, färbt aber in Kombination mit der Naturhaarfarbe auch sehr dunkel, und ist deshalb in schwarzen PHF enthalten. Bei einer Mischung aus Mahagoni und Schwarz sollte der Rotton einen violetten Stich erhalten, der sich jedoch nach Erfahrung der Beautyjunkies wieder rauswäscht. Ähnlich ergeht es einem Blauschimmer im Schwarz.

    Ist jedes Haar für Pflanzenhaarfarben geeignet?
    Nicht jedes Haar nimmt die PHF gleich gut an. Graues Haar bleibt meist heller als der Rest. Graues und blondes Haar kann bei einer Rotfärbung zunächst knall-orange werden. Auf schwarzem Haar sieht man meist nur einen Schimmer. Bei lockigen Haaren kann Henna eine leichte Glättung hervorrufen. Auf Haaren, die mit silikonhaltigen Produkten behandelt wurden, hält die Farbe oft nur sehr schlecht.



    3. Pflanzenhaarfarben und Chemie

    Kann ich Pflanzenhaarfarben nach einer chemischen Färbung anwenden?
    Ja, wenn es sich um eine "echte" Pflanzenhaarfarbe (ohne Metallsalze) handelt. Trotzdem solltest du einen "Sicherheitsabstand" von ca. 20 Haarwäschen zwischen den Färbungen einhalten. Vorsicht ist bei blondierten Haaren angesagt. Rotnuancen können knall-orange werden, Braun- und Schwarztöne grünlich. Mit einer Probesträhne bist du auf der sicheren Seite.

    Kann ich chemische Farben nach einer PHF-Färbung benutzen?
    Ja, wenn in der Pflanzenhaarfarbe keine Metallsalze enthalten waren. Du solltest aber trotzdem einen "Sicherheitsabstand" von ca. 20 Haarwäschen zwischen den Färbungen einhalten und eine Probesträhne färben. Besonders kritisch sind chemische Aufheller. Das Ergebnis kann orange oder auch grün ausfallen. Die Blondierung muss eventuell länger als üblich einwirken, was den Haaren natürlich auch mehr schadet.

    Warum sollte ich auf silikonhaltige Produkte verzichten?
    Silikone in Shampoos, Spülungen und Stylingmitteln haben die Eigenschaft, die Haare "zuzuspachteln", damit die Haaroberfläche geglättet wird. Dies kann das Eindringen der Farbpigmente verhindern. Die meisten Silikone lassen sich an der Inhaltsstoff-Endung "cone" erkennen. Bei Naturkosmetik-Produkten kannst du unbesorgt sein.

    Wie lange dauert es, bis sich Silikon rausgewaschen hat?
    Das kann man leider nicht genau sagen. Es kann 10-20 Haarwäschen dauern, sofern du nicht mit Lavaerde oder Peeling-Shampoos nachhilfst.



    4. Überlegungen vor dem Kauf

    Wo bekomme ich Pflanzenhaarfarben?
    In einigen Drogerien (dm/Budni, Rossmann), Reformhäusern, Bioläden und Apotheken. Nicht zu vergessen sind Internet-Shops, bei denen aber zusätzliche Versandkosten anfallen.

    Ist es egal, von welcher Firma die Pflanzenhaarfarbe stammt?
    Nein! Es ist wichtig, dass die enthaltenen Pflanzen auf Schadstoffe untersucht werden. Die gängigen Marken sind meist unbedenklich. Bei PHF aus türkischen oder indischen Läden ist Vorsicht angesagt. Oft sind sie mit problematischen Stoffen verunreinigt, nicht selten wurden chemische Farbverstärker beigemengt. Außerdem kann es vorkommen, dass grüne Farbe enthalten ist, damit das Pulver "frischer" aussieht, oder Sand, um es zu strecken. In einigen Ländern gibt es keinerlei Verpflichtung, alle Inhaltsstoffe aufzulisten.

    Wie erkenne ich eine "echte" Pflanzenhaarfarbe?
    Zunächst einmal sollte es sich um ein Pulver handeln. Die einzige natürliche PHF, die nicht in Pulverform angeboten wird, ist die Color Creme von Logona. Viele Firmen werben zwar mit natürlichen Inhaltsstoffen, doch sind diese meist nur ein Zusatz zu einer ganz normalen Chemiefarbe. Ob chemische Stoffe im Produkt enthalten sind, erkennst du meist an "verdächtigen" Namen unter den Inhaltsstoffen. Wenn ein Produkt das Siegel Kontrollierte Natur-Kosmetik vom BDIH trägt, bist du auf der sicheren Seite. Eine Liste von Pflanzenbestandteilen findest du am Ende dieser Kategorie.

    Was sind Sodium Picramate? [NEU]
    Einige Firmen fügen ihren Pflanzenhaarfarben Sodium Picramate hinzu. Dabei handelt es sich um einen synthetischen Farbverstärker, der zur Gruppe der aromatischen Amine gehört. Diese lösen nicht nur häufig Allergien aus, sondern stehen auch im Verdacht Krebs zu erregen. Du solltest beim Kauf also unbedingt einen Blick auf die Inhaltsstoffe werfen.

    Welche Pflanzenhaarfarben empfiehlt die Ökotest? [NEU]
    Echte PHF bekommen von der Zeitschrift Ökotest ein "sehr gut", sie sind gesundheitlich unbedenklich. Wenn Picramate enthalten sind, führt dies zu einer Abwertung um 4 Noten auf "mangelhaft".
    "Sehr gut" sind folgende Farbtöne:
    » Basler Bio-Lyne Henna Pulver (Rot Stark)
    » Basler Flora Ton (Herbstkirsche/Sandelholz)
    » Biokosma Henna (Rot Superintensiv)
    » Esther Tol Henna Color (Naturrot/Braun) (Achtung, andere Töne können Picramate enthalten!)
    » Henna Plus Colour Powder (Rot/Haselnuss)
    » Henné Color (Braun) (Achtung, andere Töne können Picramate enthalten!)
    » Igora Botanic (Rotdorn/Teak)
    » Logona (Mahagoni/Braun-Natur)
    » Logona Color Creme (Indian Summer)
    » Müller Henna (Rot/Braun)
    » Sante (Mahagoni/Flammenrot/Nussbraun/Terra)

    Was ist der Unterschied zwischen Logona und Sante?
    Die beiden gängigsten Firmen unterscheiden sich nur wenig in ihren Inhaltsstoffen. Logona fügt ihren Pflanzenhaarfarben noch Jojoba-Öl hinzu. Es hat eine pflegende Wirkung und kann dem anfänglichen Trockenheits-Effekt entgegenwirken. Doch Öle können auch die Färbung behindern. Manche Beautyjunkies berichten, dass die Haarfarben von Sante weniger pflegend sind, aber auch intensiver färben. Das Henna in Logona ist das einzige Henna auf der Welt, das kontrolliert biologisch angebaut wird (auf einer Sekem-Farm in Ägypten). Das Henna von Sante wird "lediglich" auf Schadstoffbelastung kontrolliert. Preislich ist Logona auch etwas teurer als Sante.

    Pulver oder Logona Color Creme?
    Die einzige zur Zeit auf dem Markt befindliche fertig-angerührte Pflanzenhaarfarbe stammt von der Firma Logona. Sie ist bisher in drei rötlichen Nuancen erhältlich. Es muss kein Pulver angerührt werden und das Auftragen ist durch die cremige Konsistenz so einfach wie bei Chemiefarben. Natürlich ist sie auch etwas teurer als das Pulver. Einige Beautyjunkies berichten jedoch, dass die Creme-Farben weniger gut halten als die Pulver-Farben. Das fertige Gemisch aus der Tube ist in allererster Linie bequem. Aber auch die Pulver-Farben lassen sich mit Hilfsmitteln zu einer cremigeren Konsistenz verhelfen.

    Brauche ich eine Vor- und Nachbehandlung?
    Zu den Color Cremes von Logona lässt sich eine Vor- und Nachbehandlung erwerben. Eine Vorbehandlung ist eigentlich nur dann nötig, wenn die Haare mit Film-Bildnern wie Silikon in Kontakt kamen, die die Farbaufnahme behindern. Statt der Vorbehandlung kannst du aber auch eine Wäsche mit Lavaerde machen, oder einfach mehrere Haarwäschen auf silikonhaltige Produkte verzichten. Die Nachbehandlung kann nützlich sein, um die Farbe im Haar zu festigen, aber eine wirklich drastische Wirkung scheint es nicht zu geben. Vielmehr solltest du ein paar generelle Regeln zum Erhalt der Farbe beachten.

    Wie viele Packungen benötige ich bei meiner Haarlänge?
    Eine Packung von 100g reicht für schulterlanges Haar. Im Gegensatz zu Chemiefarben muss nicht der gesamte Packungs-Inhalt verbraucht werden. Es reicht wenn du so viel Pulver (oder Logona Color Creme) abnimmst, wie du benötigst.

    Welche Farbe ist die richtige für mich?
    Das ist natürlich in erster Linie eine Geschmacksfrage. Um zu erkennen, ob dir eine Farbe steht, kannst du dich vielleicht etwas nach deinem Teint richten. Zu einem eher gelblichen Hautton (Frühling/Herbst-Typ) passen warme Farben wie Goldblond und alle rötlichen Töne. Bei einem leicht rosafarbenen, kühlen Hautton (Sommer/Winter-Typ) ist es schwieriger, da Pflanzenhaarfarben vorwiegend in warmen Tönen färben. Hier passen eher die Braun- bis Schwarznuancen. Denk daran, dass helle Naturhaarfarben nur mit Mühe sehr dunkel werden, und dunkle Naturhaarfarben auf keinen Fall heller. Um die richtige Farbe zu finden, schau dir einfach die Farbtonkarten an. Logona und Sante haben diese auch online. Beispiele findest du auch unter den Haarfarben der Beautyjunkies. Die amerikanische Variante gibt es bei Henna For Hair.

    Wie erziele ich nur einen leichten Farbschimmer?
    Wenn du deine Haarfarbe nicht drastisch verändern möchtest und nur einen leichten Farbschimmer anstrebst, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder du wählst eine sehr kurze Einwirkzeit und testest diese mit Hilfe einer Probesträhne, oder du "streckst" die Farbe. Hierfür eignen sich das farblose Cassia oder auch Joghurt.

    Kann ich Pflanzenhaarfarben untereinander mischen?
    Ja. Es ist überhaupt kein Problem, verschiedene Pflanzenhaarfarben (auch von verschiedenen Firmen) untereinander zu mischen. Auf diese Weise kannst du alle möglichen Farbtöne erzielen.

    Welche Farben haben den geringsten Rot-Anteil?
    Mit den folgenden Farbnuancen (der Firmen Logona und Sante) solltest du kaum bis gar keinen Rotstich erhalten: Goldblond, Braun-Natur, Braun-Umbra und Schwarz von Logona, sowie Terra und Schwarz von Sante. Aber auch hier gilt: Probesträhne färben!

    Henna Blond? Henna Schwarz? Ich dachte Henna sei rot!
    Richtig. Die Henna-Pflanze färbt orange/rot. Allerdings hat sich der Begriff Henna so sehr als Oberbegriff für Pflanzenhaarfarben eingebürgert, dass auf einigen Packungen von Henna Blond/Braun/Schwarz die Rede ist, obwohl kaum Henna enthalten ist. Hier spielen andere färbende Pflanzen eine Rolle. Ein Henna in einer anderen Farbe außer Orange/Rot ist "botanisch unmöglich".

    Stimmt es, dass Henna aus bestimmten Ländern röter färbt? [NEU]
    Das kann man so nicht sagen. Der Farbstoff Lawson in Henna färbt immer gleich, allerdings können die Henna-Pflanzen mal mehr und mal weniger Farbstoffe enthalten. Je mehr Farbstoffe im Henna sind, desto rötlicher färbt es. Die Farbstoff-Konzentration in den Pflanzen hängt meist vom Wetter ab, und ist oft von Ernte zu Ernte verschieden. Zwar kann das Klima in einer Region besser sein als in einer anderen, aber dies ist keine Garantie für gutes Henna. Es hängt ebenso von vielen anderen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Lagerung.

    Kann ich mir eine Pflanzenhaarfarbe "selberbasteln"?
    Klar. Es gibt viele (Online-)Händler, die Pflanzenbestandteile führen. Vorteil ist, dass du die Methode zum besten Herauslösen der Farbstoffe auf die einzelnen Pflanzen abstimmen kannst.
    Rot färbt:
    » Henna (Lawsonia Inermis)
    » Ratanhiawurzel (Krameria Triandra)
    » Rote Bete (Beta Vulgaris)
    » Hibiskusblüten (Hibiscus Sabdariffa)
    Gelb färbt:
    » Kurkuma (Curcuma Longa)
    » Rhabarberwurzel (Rheum Undulatum)
    » Faulbaumrinde (Rhamnus Frangula)
    Braun färbt:
    » Walnussschalen (Juglans Regia)
    » Kaffee (Coffea Arabica)
    Schwarz färbt:
    » Indigoblätter (Indigofera Argentea/Tinctoria)
    Logona und Sante fügen ihren PHF noch Alginat (Algin) als Verdickungsmittel und Weizenprotein (Hydrolyzed Wheat Protein) zur Haarpflege hinzu.



    5. Anrühren

    Warum hat mein Pulver eine andere Farbe als die gewünschte Haarfarbe?
    Keine Panik. Die Farbe des Pulvers oder der angerührten Mischung hat keinen Zusammenhang mit der späteren Haarfarbe. Beispielsweise ist das rotfärbende Henna-Pulver grün. Die Farbe Goldblond wird beim Anrühren leuchtend rot, auch wenn sie nicht rötlich färbt.

    Sollte ich zusätzliche färbende Pflanzenextrakte hinzufügen?
    Ganz wie du willst. Pflanzenextrakte die nicht schon in den Mischungen enthalten sind, können die Farbe zwar eventuell etwas verstärken oder geringfügig in eine andere Richtung lenken, aber oft wäscht sich der Effekt auch recht schnell wieder aus. Experimentieren ist angesagt.

    Welche Mittel intensivieren die Färbung?
    Starker Schwarzer Tee scheint eine intensivere Färbung hervorzurufen, wirkt aber bei mehrmaliger Anwendung auch abdunkelnd. Einige Amerikaner fügen ihren Mischungen einige Tropfen Teebaum-Öl hinzu, weil die darin enthaltenen Stoffe die Farbstoff-Lösung optimieren sollen.

    Sollte ich Pflege-Zusätze verwenden?
    Wenn du direkt im Anschluss an die Färbungen einen Trockenheits-Effekt bemerkst, kannst du der Pflanzenhaarfarbe beim nächsten Mal ein Ei oder Joghurt (nicht bei Schwarz) hinzufügen. Von Ölen solltest du absehen, weil sie die Farbaufnahme behindern.

    Wie kann ich den Brei cremiger machen?
    Füge deiner PHF-Mischung direkt vor dem Auftragen etwas puren Joghurt hinzu. Du solltest ihn vorher für ein paar Stunden aus dem Kühlschrank nehmen und anschließend die Flüssigkeit abgießen. Bei schwarzer Pflanzenhaarfarbe nehme lieber keinen Joghurt, da er säuerlich ist und Indigo etwas basisches braucht. Hier kann mit Gel-Bildnern wie Xanthan und Guarmehl nachgeholfen werden.

    Muss ich exakt die angegebene Menge Wasser verwenden?
    Du solltest auf jeden Fall nicht weniger als die üblichen 300ml Wasser auf 100g Pulver verwenden, da mit dem Wasser die Farbstoffe aus dem Pulver gelöst werden. Du kannst etwas mehr Wasser verwenden, damit sich der Brei leichter auftragen lässt, aber dann besteht auch schnell die Gefahr, dass er später tropft. Bei schwarzen Pflanzenhaarfarben solltest du jedoch so viel Wasser wie möglich verwenden, damit genügend Indigo-Farbstoffe herausgelöst werden.

    Wie funktioniert die Methode mit kochendem Wasser?
    Damit die Zellwände im Pflanzenpulver zerstört und die Farbstoffe freigesetzt werden, kannst du das Pulver mit kochendem Wasser übergießen. Danach musst du etwas warten, bis der Brei abgekühlt ist. Wenn du ihn aufträgst, sollte er warm und nicht mehr heiß sein. Bei einer Temperatur über 42° kann die Haarstruktur geschädigt werden.

    Wie funktioniert die Methode mit Säure?
    Die Farbstoffe im Pulver können auch sehr viel langsamer gelöst werden. Dies geschieht mit kaltem/lauwarmem Wasser und etwas Säure (z.B. Zitronensaft). Bei dieser Methode sollte die abgedeckte Schüssel mit dem Brei einige Stunden stehen, abhängig von der Pflanzenhaarfarbe und der Zimmertemperatur. Damit du anschließend keinen kalten Brei auftragen musst, kannst du ihn noch etwas erwärmen.

    Welche Methode ist die bessere?
    Gute Frage. Es heißt, dass mit der Säure-Methode die Farbstoffe effektiver herausgelöst werden und somit das Farbergebnis intensiver wird. Ob dem wirklich so ist und wie groß der Unterschied zum Anrühren mit kochendem Wasser ist, musst du am besten selbst ausprobieren.

    Was muss ich bei schwarzer PHF beachten?
    Durch das Indigo ist schwarze PHF ein kleiner Sonderfall. Du solltest das Pulver nicht mit Säure sondern eher mit etwas Natron oder Salz anrühren. Die Farbstoff-Lösung geschieht sehr schnell, so dass der Indigo-Brei sofort nach dem Anrühren aufgetragen werden muss. Hierbei kommt dir Indigo entgegen, weil es nicht auf kochendes Wasser angewiesen ist und warmes Wasser ausreicht. Dabei solltest du auch nicht mit Wasser geizen, je flüssiger der Brei, desto besser färbt er. Wenn du zu anderen Farben Schwarz beimischen möchtest, solltest du das Schwarz erst kurz vor dem Auftragen separat anrühren und dann mit dem Rest vermischen.



    6. Die Färbung

    Muss ich wirklich eine Probesträhne färben?
    Das hängt ganz davon ab, wie risikofreudig du bist. Wenn du noch keine Erfahrungen damit hast, wie die verschiedenen Pflanzenhaarfarben auf deinen Haaren wirken, sei dir dringend zu einer Probesträhne geraten! Später kann es auch recht spannend sein, wenn man nicht ganz genau weiß, was herauskommt.

    Muss ich mein Badezimmer und meine Kleidung schützen?
    Gerade am Anfang kann einem das Auftragen schwerfallen. Es kann leicht passieren, dass sich Brei-Kleckse an der Kleidung, im Waschbecken, und auch auf dem Badezimmerfußboden breitmachen. Wie schwer die Flecken zu entfernen sind, hängt von der Pflanzenhaarfarbe ab. Ohne eine Garantie geben zu wollen, scheinen Rot- und Brauntöne mit Wasser lösbar zu sein. Das Indigo in Schwarztönen kann relativ hartnäckige blaue Flecken hinterlassen. Wer seine PHF mit Kurkuma mischt, wird mit knallgelben Flecken kämpfen müssen.

    Färben Pflanzenhaarfarben auch die Haut/Kopfhaut?
    Die Haut kann sich relativ leicht verfärben. Deshalb solltest du Handschuhe tragen und die Haut um den Haaransatz mit Öl oder ölhaltiger Creme schützen. Die Kopfhaut besitzt bereits einen eigenen Fett-Film. Verfärbt sie sich trotzdem, wird die Farbe aber nach ein bis zwei Tagen verschwinden.

    Sollte ich den Brei auf nassem oder trockenem Haar auftragen?
    Das ist Geschmackssache. Bei nassen Haaren lässt sich der Brei leichter auftragen, bei trockenen Haaren siehst du besser, welche Stellen schon eingeschmiert wurden und welche nicht.

    Warum bröckelt mein PHF-Brei?
    Das kann passieren wenn du zu wenig Wasser genommen hast und/oder der Brei zu kalt geworden ist.

    Warum läuft der PHF-Brei unter der Haube hervor?
    Das passiert wenn du zu viel Wasser genommen hast und/oder es in deinem Zimmer sehr heiß ist.

    Welche ist die beste Einwirkzeit?
    Je länger du "durchhälst", desto intensiver wird das Ergebnis. Die meisten bevorzugen eine Einwirkzeit zwischen 2 und 4 Stunden. Nach 6 Stunden wird der Brei kaum noch Farbe abgeben. Der Farbstoff Indigo in schwarzen PHF verliert seine Färbewirkung bereits nach 2 Stunden. Die meisten Pflanzenhaarfarben entwickeln sich auch nach dem Ausspülen in den Haaren noch ein wenig weiter.

    Warum muss man die Haare während der Färbung einwickeln?
    Würde man es nicht tun, würde der Brei auskühlen, austrocknen und nicht mehr färben. Außerdem ist Wärme wichtig, damit sich die Schuppenschicht des Haares öffnet und die Farbstoffe leichter eindringen können. Um die Färbung zu beschleunigen kannst du für zusätzliche Wärme sorgen, z.B. durch Trockenhaube oder Fön.

    Wie wird die Pflanzenhaarfarbe am besten ausgespült?
    Das Wasser sollte so kalt wie möglich sein, damit sich die Schuppenschicht des Haares zusammenzieht und die Farbe einschließt. Ansonsten würde einiges der Farbe wieder rausgewaschen werden. Versuche, das nächste Shampoonieren und die nächste Spülung so lange wie möglich herauszuzögern.

    Kann ich Reste des Breis aufbewahren?
    So lange es sich nicht um schwarze Pflanzenhaarfarbe handelt, sollte es möglich sein. Damit die Färbewirkung nicht verloren geht, müsstest du den überschüssigen Brei aber relativ rasch nach dem Anrühren einfrieren.



    7. Nach der Färbung

    Braucht PHF-gefärbtes Haar eine spezielle Pflege?
    Pflanzenhaarfarben an sich sind ja bereits eine gewisse Pflege für das Haar, weil sie es stärken und schützen. Damit sich nichts von der Farbe rauswäscht, solltest du weitestgehend auf Kuren und Spülungen verzichten, die sehr viel Öl enthalten. (Gerade die beliebte Brilliant Care von Sante scheint viel Farbe rauszuziehen.) Eine gewisse farbfestigende Wirkung haben Farbpflegeshampoos (für PHF), sowie die Logona Nachbehandlung und das Conditioner Spray. Auch eine Spülung mit wasserverdünntem Essig kann nicht schaden, um die Schuppenschicht der Haare zusammenzuziehen. Wenn du öfter färben möchtest, solltest du silikonhaltige Produkte meiden.

    Wie oft kann ich mit Pflanzenhaarfarben färben?
    So oft du willst! Um das Farbergebnis zu beurteilen, solltest du allerdings 12 Stunden abwarten, weil sich die Farbe in dieser Zeit noch etwas verändern kann.

    Wie oft sollte ich nachfärben?
    Das liegt natürlich ganz an dir und deiner Pflanzenhaarfarbe. Braun- und Schwarztöne werden sich anfangs wahrscheinlich schneller rauswaschen als Rottöne, und du wirst zum Aufbau der Pigmentschicht häufiger nachfärben müssen. Da Haare im Monat ca. 1 cm wachsen, wird sich natürlich auch bald wieder ein Ansatz in deiner Naturhaarfarbe zeigen. Der Unterschied ist meist jedoch nicht so deutlich wie bei Chemiefarben. Viele PHF-Begeisterte färben ca. 1x im Monat.

    Wie lange kann ich unbenutzte Pflanzenhaarfarben aufbewahren?
    Das ist eine gute Frage. Nach einer gewissen Zeit sollen PHF weniger gut färben. Es handelt sich dabei aber wahrscheinlich um einige Jahre. Es schadet nicht, die PHF im Kühlschrank aufzubewahren.



    8. Probleme

    Warum sind meine Haare nach der Färbung trocken und strohig?
    Ein anfänglicher Trockenheits-Effekt gibt sich meist nach ein bis zwei Haarwäschen. Du kannst natürlich eine Spülung oder Haarkur verwenden, um die Zeit zu verkürzen. Der Grund für die Trockenheit kann vielfältig sein. Pflanzenhaarfarben alleine sind nicht im Stande, die Haare auszutrocknen. Eventuell waren deine Haare auch vorher schon strapaziert, du hast den Brei zu heiß aufgetragen, zu viel Zitronensäure/Essig verwendet, oder es gab eine Wechselwirkung mit deinem Shampoo.

    Warum wurden meine Haare mit Henna orange und nicht rot?
    Es ist nicht unüblich, dass das Ergebnis zunächst orange ausfällt. Dies ist auch von der Qualität des Hennas und der Farbstoff-Konzentration abhängig. Nach mehrmaligem Färben sollte dein Haar jedoch rot werden. Je mehr orangefarbene Pigmente sich anlagern, desto rötlicher erscheint es. Bei wiederholten Henna-Färbungen kann es sogar irgendwann zu einem leichten Violettstich kommen.

    Warum haben meine Haare den Braunton nicht angenommen?
    Nicht alle Pflanzen-Farbstoffe verbinden sich so leicht mit dem Haar wie das rote Henna. Je öfter du nachfärbst, desto mehr Braun-Pigmente lagern sich jedoch am Haar an. Wenn du einen Rotstich nicht scheust, kannst du auch eine Mischung aus Rot (Henna) und Schwarz (Indigo) probieren, um ein warmes Braun zu erhalten.

    Warum wurden meine Haare nicht dunkler?
    Das Farbergebnis ist immer ein Zusammenspiel aus der Ausgangshaarfarbe und der Pflanzenhaarfarbe. Bei einer einmaligen Färbung darfst du keine drastische Veränderung erwarten. Je öfter du färbst, desto dunkler werden deine Haare, da sich Pigmentschicht auf Pigmentschicht legt. Wenn du schneller zu einem dunkleren Ton gelangen willst, kannst du die PHF mit etwas Schwarz mischen. Taste dich vorsichtig an die richtige Menge heran.

    Warum nehmen meine Längen die Farbe besser an als der Ansatz?
    Das kann passieren, wenn die Längen strapazierter und aufgerauter sind als der frische Ansatz. Z.B. durch Chemie, Shampoos, Fönen, Sonne, Wind oder auch durch Schwimmen. Die Farbe hält in aufgerautem Haar am besten. Du musst wahrscheinlich mehrmals färben, bis sich die Farbe angleicht.



    9. Cassia / Henna neutral

    Was ist Henna neutral / Henna farblos?
    Wenn du eine Packung mit einem dieser Namen findest, wird es sich um eine nichtfärbende Pflanzenhaarkur handeln. Der Begriff ist etwas irreführend, da die Kuren kein Henna sondern die Cassia-Pflanze enthalten. Unter den Inhaltsstoffen sollte sich an erster Stelle Cassia Obovata oder Cassia Auriculata befinden, kein Lawsonia Inermis (Henna). Wäre Henna drin, würde es rot färben. Es mag vorkommen, dass die Henna-Pflanze zu bestimmten Zeiten erst wenig Farbstoffe gebildet hat, doch dann wird sie auch nicht geerntet. In der Haarpflege-Wirkung steht das farblose Cassia dem Henna in nichts nach.

    Was bewirkt Cassia?
    Cassia ähnelt in seiner Wirkungsweise dem Henna. Es dringt tief in das Haar ein, stärkt und schützt es. Cassia verleiht Volumen und Glanz. Außerdem soll es bei Kopfhautproblemen wie gereizter Haut, Schuppen und schnellem Nachfetten helfen.

    Ist Cassia für jedes Haar geeignet?
    Auf blondem Haar sollte die Haarkur nicht länger als 10-15 Minuten einwirken, weil das Haar sonst geringfügig dunkler werden kann. Bei hellblonden und grauen Haaren könnte es auf Grund des Chlorophylls aus der Pflanze sogar zu einem leichten Grünstich kommen. Mit einer Probesträhne bist du auf der sicheren Seite. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Cassia bei sehr trockenen Haaren Probleme bereiten kann.

    Kann ich Cassia auf chemisch gefärbten Haaren anwenden?
    Ja. Cassia hilft dabei, die entstandenen Haarschäden auszugleichen.

    Wie lange sollte Cassia einwirken?
    Bei Cassia gilt nicht unbedingt die Devise "je länger desto besser". Zwar ist eine lange Einwirkzeit nicht schädlich, aber auch nicht unbedingt nötig. Eine Stunde sollte ausreichen.

    Kleiner Tipp zum ausspülen:
    Bisher hatte ich immer ziemliche Probleme alle Rückstände aus den Haaren zu bekommen, heute habe ich eine neue Methode getestet. Einen Eimer voll Wasser laufen lassen und dann den Kopf eintauchen, drin lassen und die Haare darin baden. Das hab ich zweimal gemacht, jeweils mit frischem Wasser, dann nochmal durchgespült und es war alles raus... Viel angenehmer und Zeitsparender als nur mit der Dusche.


    Noch Fragen?

    Was mache ich, wenn meine Frage nicht beantwortet wurde?
    Stell sie einfach im großen Henna/PHF Thread.

    Falls du Fehler findest, oder Ergänzungen und weitere Fragen-Vorschläge hast, her damit! (Per PN oder als Antwort in diesem Thread.) Ich werde diesen Beitrag dann einfach editieren.
    Geändert von Haruka (05.02.2007 um 20:27 Uhr)

  2. #2
    Hüterin des Sam Avatar von Haruka
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    AW: Pflanzenhaarfarben - F.A.Q.

    Ich schließe diesen Thread hier mal, damit er übersichtlich bleibt. Bei Fragen zu PHF diese bitte in einem der bestehenden Threads stellen.

    Wenn ihr Ergänzungen zu den FAQs habt, einfach eine kurze PN an mich oder ein Helferlein

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