Sonnenschutz: Die wichtigsten Fakten sind bekannt, doch im Alltag hapert es noch |
Sonnencreme gehört für viele Menschen zum Sommer einfach dazu. Doch wie konsequent wird Sonnenschutz tatsächlich angewendet? Eine aktuelle IKW-Umfrage zeigt: Die Deutschen kennen die wichtigsten Regeln rund um UV-Schutz erstaunlich gut. Trotzdem klafft zwischen Wissen und Verhalten noch eine deutliche Lücke. Sommer, Sonne, freie Zeit: Ob am Strand, im Freibad, beim Wandern oder im eigenen Garten – gerade in den Sommermonaten ist die Haut besonders häufig UV-Strahlung ausgesetzt. Dass Sonnenschutz wichtig ist, wissen die meisten Menschen. Doch setzen sie dieses Wissen auch konsequent im Alltag um? Eine aktuelle repräsentative Umfrage im Auftrag des Kompetenzpartners Schönheitspflege im Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) zeigt ein spannendes Bild: Die klassischen Mythen rund um Sonnenschutz sind bei den meisten Deutschen inzwischen weitgehend ausgeräumt. Die Herausforderung liegt vielmehr darin, das vorhandene Wissen auch tatsächlich in die tägliche Routine zu übertragen.
Die meisten Sonnenschutz-Mythen sind passéWer glaubt, dass Sonnencreme die Haut am Bräunen hindert oder ein hoher Lichtschutzfaktor automatisch den ganzen Tag schützt, gehört inzwischen zu einer kleinen Minderheit. Lediglich 6 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Sonnencreme eine Bräunung der Haut verhindert. Nur 4 Prozent glauben, dass ein hoher Lichtschutzfaktor den ganzen Tag schützt. Ebenfalls nur 4 Prozent denken, dass Menschen mit einem dunkleren Hauttyp keinen Sonnenschutz benötigen oder gebräunte Haut bereits ausreichend vor UV-Strahlung schützt. Die zentralen Botschaften zum richtigen Sonnenschutz scheinen damit bei der großen Mehrheit angekommen zu sein.
Bewölkter Himmel? Sonnenschutz trotzdem nicht vergessenGanz verschwunden sind falsche Vorstellungen allerdings noch nicht. Besonders im Alltag wird die UV-Strahlung offenbar weiterhin unterschätzt. 19 Prozent der Befragten glauben, dass bei bewölktem Himmel kein Sonnenschutz notwendig ist. Weitere 18 Prozent sind der Ansicht, dass Sonnenschutz nur im Sommer oder im Urlaub benötigt wird. Dabei ist die Haut auch außerhalb des klassischen Strandurlaubs UV-Strahlung ausgesetzt. Gerade alltägliche Situationen wie ein Spaziergang, eine Mittagspause im Freien oder ein Aufenthalt im Garten werden beim Thema Sonnenschutz offenbar noch häufig unterschätzt.
Wissen und Verhalten gehen auseinanderBesonders interessant wird es beim Blick auf das tatsächliche Verhalten. Denn obwohl 97 Prozent der Deutschen wissen, dass einmaliges Eincremen am Tag nicht ausreicht, verwenden nur 53 Prozent im Sommer Sonnenschutz, wenn sie sich am Strand oder im Schwimmbad aufhalten. Noch deutlicher wird die Lücke zwischen Wissen und Alltag bei der ganzjährigen Anwendung: Lediglich 21 Prozentgeben an, täglich und das ganze Jahr über Sonnenschutz für die Haut zu verwenden – beispielsweise bei Aufenthalten im Freien oder während der Mittagspause. Auch das Nachcremen wird nicht immer konsequent umgesetzt. Unter den 18- bis 29-Jährigen sagen 46 Prozent, dass sie das Nachcremen nach dem Schwimmen, Schwitzen oder Abtrocknen häufig vergessen. Gleichzeitig berichtet rund ein Drittel (33 Prozent) der jungen Erwachsenen, im Sommer häufiger einen Sonnenbrand zu haben.
Sonnenschutz auf Social Media: Zwischen Information und VerunsicherungEine weitere Herausforderung ist die enorme Menge an Informationen, die uns heute über Sonnenschutz erreicht. Nur vier von zehn Befragten informieren sich aktiv über UV-Strahlung und Sonnenschutz. Viele stoßen dagegen eher zufällig auf entsprechende Inhalte. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen: Bei den 50- bis 59-Jährigen geben 46 Prozent an, sich kaum aktiv über Sonnenschutzthemen zu informieren. Bei den unter 30-Jährigen spielen soziale Medien dagegen eine deutlich größere Rolle: 33 Prozent nennen Social Media als eine ihrer zentralen Informationsquellen. Bei den 50- bis 59-Jährigen sind es lediglich 4 Prozent.
Gleichzeitig ist die Unsicherheit groß. 82 Prozent der Befragten finden, dass Informationen zum Sonnenschutz in sozialen Netzwerken häufig widersprüchlich oder falsch sind. Insgesamt halten es 74 Prozent für schwierig zu beurteilen, ob Informationen auf Social Media tatsächlich zuverlässig sind. Interessant: Bei den Jüngeren ist das Vertrauen in soziale Netzwerke offenbar größer. Nur 45 Prozent der unter 30-Jährigen stimmen der Aussage zu, dass es schwierig sei, die Zuverlässigkeit von Informationen auf Social Media einzuschätzen.
Die nächste Stufe: Wissen in Routine verwandelnDie Ergebnisse der beiden IKW-Umfragen zeichnen damit ein klares Bild: Das Problem ist nicht mehr in erster Linie fehlendes Wissen. Vielmehr kommt es darauf an, verlässliche Informationen von falschen Empfehlungen zu unterscheiden und die richtigen Sonnenschutzmaßnahmen dauerhaft in den Alltag zu integrieren. Sonnenschutz sollte deshalb nicht nur am Strand oder im Urlaub eine Rolle spielen, sondern überall dort, wo die Haut UV-Strahlung ausgesetzt ist. Wer seine Haut konsequent schützt, kann die kurz- und langfristigen Folgen von UV-Strahlung reduzieren und dazu beitragen, das Hautkrebsrisiko dauerhaft zu senken.
Sonnenschutz-Mythen im Überblick
Fazit: Die gute Nachricht lautet: Die wichtigsten Sonnenschutzregeln sind in der Bevölkerung angekommen. Jetzt geht es darum, aus Wissen konsequentes Handeln zu machen – und Sonnenschutz zu einer selbstverständlichen Routine im Alltag werden zu lassen. Weitere Informationen: ikw.org Grafik: ©IKW Artikelbild © Rido / Canva Pro
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