35 Grad und Angst ums Gesicht? Was Hitze mit Botox und Hyaluron wirklich macht |
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Die Temperaturen steigen, die Sommer werden heißer – und mit ihnen nehmen auch die Fragen rund um ästhetische Behandlungen zu. Kann ein Hyaluron-Filler bei großer Hitze "schmelzen"? Verliert Botox im Sommer schneller seine Wirkung? Und sollte man ästhetische Behandlungen lieber auf den Herbst verschieben? Solche Behauptungen begegnen Patientinnen und Patienten immer häufiger – insbesondere in sozialen Medien. Tatsächlich halten sich rund um Botox, Hyaluronsäure und Sonne einige hartnäckige Mythen. Die gute Nachricht: Viele davon sind wissenschaftlich nicht haltbar. Dennoch gibt es einige Punkte, die nach einer Behandlung gerade im Sommer beachtet werden sollten.
Kann Hitze Hyaluron-Filler schmelzen oder verrutschen?Die kurze Antwort lautet: Nein. Hyaluron-Filler werden gezielt in bestimmte Gewebeschichten injiziert und bleiben dort stabil. Außentemperaturen von 30 oder 35 Grad reichen nicht aus, um das Material zu verändern oder "schmelzen" zu lassen. Auch ein Verrutschen des Fillers durch sommerliche Hitze ist nicht zu erwarten. Denn auch die durchschnittliche Körpertemperatur liegt bei 37 Grad, bei Fieber noch höher. Da auch dabei dem Filler nichts passiert, sind auch bei sommerlichen Temperatur keine Probleme zu erwarten. Allerdings kann qualitativ minderwertige Hyaluronsäure bei höheren Außentemperaturen größere Schwellung verursachen. Filler sollten deswegen bei ausgebildeten Fachmedizinern injiziert werden, die hochwertige Produkte verwenden. Dass Hyaluronsäure mit der Zeit abgebaut wird, ist ein ganz natürlicher Prozess. Wie lange das Ergebnis anhält, hängt unter anderem vom verwendeten Produkt, der behandelten Region und dem individuellen Stoffwechsel ab, nicht jedoch von einer Hitzewelle.
Baut sich Botox im Sommer schneller ab?Auch hierfür gibt es keine wissenschaftlichen Hinweise. Die Wirkdauer von Botulinumtoxin wird vor allem durch individuelle Faktoren beeinflusst. Dazu zählen beispielsweise die behandelte Muskelregion, die Dosierung sowie der persönliche Stoffwechsel. Hohe Außentemperaturen allein verkürzen die Wirkung nicht. Manche Menschen sind im Sommer körperlich deutlich aktiver als in den Wintermonaten. Dadurch kann subjektiv der Eindruck entstehen, dass die Wirkung schneller nachlässt. Ein direkter Zusammenhang zwischen Hitze und einem beschleunigten Abbau von Botox ist jedoch nicht belegt.
Warum spielt Sonneneinstrahlung nach einer Behandlung dennoch eine Rolle?Nicht die ästhetische Behandlung selbst reagiert empfindlich auf Sonnenlicht, sondern die Haut. Nach Injektionen kann sie vorübergehend gereizt sein und mit leichten Schwellungen oder Rötungen reagieren. Intensive Sonneneinstrahlung oder starke Hitze können diese Reaktionen verstärken und die Regeneration verzögern. Deshalb empfiehlt es sich, direkte Sonne in den ersten Stunden nach der Behandlung möglichst zu vermeiden. Sobald die Haut abgeheilt ist, gelten dieselben Empfehlungen wie grundsätzlich für gesunde Haut: Ein konsequenter Sonnenschutz schützt nicht nur vor UV-bedingten Hautschäden, sondern trägt auch dazu bei, die Haut langfristig gesund zu erhalten.
Sind Sauna, Sport oder heiße Temperaturen direkt nach der Behandlung problematisch?Unmittelbar nach einer Behandlung ist etwas Zurückhaltung sinnvoll. Insbesondere nach einer Botox-Behandlung wird empfohlen, in den ersten 24 Stunden auf intensive körperliche Belastung sowie starke Hitze – etwa durch Sauna oder Dampfbad – zu verzichten. Dadurch soll verhindert werden, dass sich der Wirkstoff unmittelbar nach der Injektion unerwünscht verteilt. Auch nach einer Filler-Behandlung können starke Wärme und intensive Bewegung vorübergehend Schwellungen verstärken. Nach der anfänglichen Heilungsphase können Sport und Saunagänge in der Regel wieder ohne Einschränkungen aufgenommen werden.
Sind ästhetische Behandlungen im Sommer grundsätzlich ungeeignet?Nein. Botox- und Hyaluron-Behandlungen können grundsätzlich zu jeder Jahreszeit durchgeführt werden. Entscheidend ist vielmehr die richtige Nachsorge. Wer unmittelbar nach einer Behandlung einen ausgedehnten Strandurlaub, intensive Sonnenbäder oder große sportliche Belastungen plant, sollte den Termin entsprechend abstimmen oder die Empfehlungen der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes besonders sorgfältig befolgen.
Worauf sollten Patientinnen und Patienten im Sommer achten?Wer sich in den Sommermonaten für eine ästhetische Behandlung entscheidet, muss auf das Ergebnis nicht verzichten. Einige einfache Verhaltensregeln unterstützen jedoch eine unkomplizierte Heilung:
Keine Angst ums GesichtSommerliche Temperaturen stellen weder für Hyaluron-Filler noch für Botox grundsätzlich ein Problem dar. Weder schmilzt ein Filler bei Hitze noch wird Botox allein durch hohe Außentemperaturen schneller abgebaut. Entscheidend für ein gutes Behandlungsergebnis sind vielmehr eine fachgerechte Durchführung und die richtige Nachsorge. Wer sich an die Empfehlungen der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes hält und seine Haut konsequent vor intensiver UV-Strahlung schützt, kann ästhetische Behandlungen auch in den Sommermonaten bedenkenlos durchführen lassen. Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag der S-THETIC Clinic Düsseldorf, Dr. Afschin Fatemi. Weitere Informationen: s-thetic.de Artikelbild © Dalida Elmalkis Images / Canva Pro |
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