Zwischen Sandelholz und Vetiver: Zu Besuch beim Essential Parfums Event in Berlin |
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Es gibt Nachmittage, die sich anfühlen wie ein Schritt in eine andere Welt. Das Essential Parfums Event im Reethaus am Flussbad Campus war so einer. Die französische Nischenmarke hatte zu einer Masterclass und Brand Experience eingeladen. Eine gehobene, fast märchenhafte Atmosphäre. Brand Events haben ihre eigene Sprache. Meist eine sehr gepflegte. Was im Reethaus wartete, sprach diese Sprache auch, nur mit einer unerwarteten Leichtigkeit.
Eine Frau, die das System kennt und trotzdem anders denktGéraldine Archambault hat 30 Jahre in der Parfumindustrie verbracht, bevor sie 2018 beschloss, eine Marke zu gründen, die das, was sie an der Branche störte, konsequent anders macht. In der Masterclass sprach sie offen über die strukturellen Widersprüche der Haute Parfumerie: Warum kosten kreative Düfte so viel? Warum verschwinden die Namen der Parfumeure hinter Konzernlogos? Warum dominiert Marketing die Wahrnehmung eines Produkts, das im Kern ein handwerkliches Kunstwerk ist?
Ihre Antwort ist Essential Parfums selbst. Die Parfumeure stehen namentlich auf den Flakons. Die Preise bleiben durch den Verzicht auf Zwischenhändler und überflüssige Verpackung bewusst fair, ohne Kompromisse bei der Qualität der Rohstoffe. Namen wie Calice Becker, Antoine Maisondieu, Quentin Bisch und Fabrice Pellegrin, Ikonen ihres Fachs, arbeiten hier ohne den Schatten einer großen Konzernmarke. Sichtbar. Namentlich. Mit maximaler kreativer Freiheit.
Man hing an ihren Lippen. Nicht wegen der Informationen allein, sondern wegen der Art, wie sie das alles erzählte: mit echter Leidenschaft, tiefer Liebe zur Materie und einer Ästhetik, die man spürte, noch bevor der erste Duft die Nase erreichte.Dazu war sie herzlich auf eine Art, die den Nachmittag noch lange nachwirken lässt.
Die Kaffeebohne lügtWer jemals bei einer Parfumpräsentation an einer Kaffeebohne gerochen hat, um die Nase zu „neutralisieren", darf das ab sofort lassen. Géraldine Archambault räumte mit diesem weit verbreiteten Mythos auf: Kaffee neutralisiert nichts, er überdeckt nur den vorigen Geruch durch einen stärkeren. Was wirklich hilft? An der eigenen Armbeuge riechen. Die vertraute Eigenduft der Haut bringt die Nase sanft zurück zur Neutralität.
Und dann, mit einem Augenzwinkern: Man müsse die Nasenrezeptoren eben trainieren, indem man viele Düfte riecht. „Und heute fangen wir damit an." Was folgte, war ein Nachmittag voller Düfte, aus dem man mit einer erschöpft glücklichen Nase und einem langen Wunschzettel nach Hause ging.
Duft als GesprächDer Nachmittag gehörte einer geführten Fragrance Discovery, die wenig mit dem zu tun hatte, was man gemeinhin unter Parfum-Präsentation versteht. Kein Auftupfen und Weitergehen, sondern ein langsames Eintauchen in die Frage: Was entsteht, wenn ein Parfumeur wirklich tun darf, was er will? An diesem Punkt war die Entscheidung schwerer als erwartet. Die Redaktion schnüffelte abwechselnd an allem, was auf dem Tisch stand, hin und her, immer wieder, unfähig, sich festzulegen. Bis Géraldine selbst nachfragte: welcher Duft es denn geworden sei? Eine Frage, die so beiläufig gestellt wurde, und doch zeigte, wie aufmerksam sie war. Die Antwort fiel schwer, weil sie alle etwas hatten.
Mit nachfüllbaren Flakons, ethischer Rohstoffbeschaffung und hohen Naturstoffanteilen hat Essential Parfums eine Antwort auf die Frage entwickelt, was Parfümerie heute bedeuten kann, wenn man es ernst meint.
Ein Mittagessen, das wir nicht vergessen werdenZwischen den Düften gab es ein gemeinsames Mittagessen. Zusammenkommen, reden, genießen. Der Lunch war schlicht großartig.
Die Redaktion ließ sich den Menüplan einpacken, in der stillen Hoffnung, ihn irgendwann zu Hause nachkochen zu können. Parallel bemalte die Künstlerin Sophie Missall vor Ort die Flakons mit individuellen Motiven.
Eine kleine, kontemplative Geste, die perfekt zu einer Marke passt, die Parfümerie nicht als Spektakel versteht, sondern als Handwerk und Ausdruck echter Kreativität.
Die Düfte: zu viele gute EntscheidungenManchmal sitzt man vor Entscheidungen, die gar nicht so einfach sind. Zum Beispiel: Welchen Lieblingsduft wählt man aus einer ganzen Kollektion wirklich guter Parfums? Oder welchen Aspekt eines Events möchte man beleuchten, wenn jeder Moment erzählenswert wäre?
Deswegen hier zunächst der Blick aufs Ganze. Die detaillierten Beschreibungen aller Düfte, von cremig-gourmand bis holzig-herb, von blumig-sinnlich bis frisch-botanisch, findet ihr bald in unseren Einzelartikeln zu den Essential Parfums Düften, die wir natürlich auch hier verlinken werden. Was wir hier aber noch sagen können: Wer seinen Duft sucht, wird bei Essential Parfums definitiv fündig. Betrachtet das als freundlichen Hinweis und als Vorwarnung fürs Portemonnaie.
Und noch eine persönliche Anmerkung: Géraldine verriet, welcher der Düfte sie selbst glücklich macht. Orange X Santal von Natalie Gracia Cetto. Seither heißt er bei uns intern nur noch „The Happy One". Das sagt eigentlich alles.
Eine Marke, die hält, was sie versprichtEssential Parfums ist heute in über 90 Ländern und an rund 1.050 Verkaufsstellen vertreten, betreibt drei eigene Boutiquen in Frankreich und hat sich in einem gesättigten Nischenmarkt mit einem konsequent andersdenkenden Geschäftsmodell behauptet. Gegründet 2018, mit einer Idee, die damals ungewöhnlich klang und heute mehr denn je Sinn ergibt.
Fazit: Am Ende bleibt die FaszinationMan fährt nach Hause und wird daheim gefragt, ob man in einen Zaubertrank aus Parfum gefallen sei. Vielleicht stimmt das sogar. Géraldine Archambault hat an diesem Nachmittag etwas geschafft, das selten ist: brennende Neugier. Welcher Duft war es nochmal, der so warm und dabei so leicht war? Und welcher hat sich angefühlt wie Sonnenlicht? Eine Neugier nicht nur auf die Düfte, sondern auch auf die Menschen dahinter. Eine Welt, in die man gerne zurückkommt. Und die man, wenn man möchte, einfach mitnimmt. Als neuen Lieblingsduft auf der Haut. Ein herzliches Dankeschön an Essetnial Parfums und headspace pr für dieses großartige Event. Weitere Informationen: essentialparfums.com Artikelbild ©Jeremy Moeller / Essential Parfums
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