Weniger Scham, mehr Offenheit – wie dais Female Health neu denkt |
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dais kennen wir bei Beautyjunkies bereits – die Brand hinter der Periodenunterwäsche mit dem Bloody-Confidence-Ansatz haben wir euch schon mal vorgestellt. Jetzt haben wir mit den Gründerinnen Grace und Eva gesprochen – über Labortests mit synthetischem Blut, Community-Events und warum Verlässlichkeit mehr zählt als Perfektion.
Was war der Moment, in dem euch klar wurde: Wir brauchen eine Marke wie dais und wir müssen sie selbst gründen?Der Moment war eigentlich kein einzelner, sondern eher die klare Erkenntnis, dass im Markt etwas fehlt. Wir haben gesehen, dass es zwar erste Lösungen im Bereich Periodenunterwäsche gab, aber kaum Produkte, die wirklich alles vereinen: hohe Qualität, ein bezahlbarer Preis und vor allem eine starke Verfügbarkeit im Handel. Gerade der Retail-Aspekt war für uns entscheidend. Wir wollten, dass man dais ganz selbstverständlich im Regal bei dm oder anderen Drogerien findet, so wie jedes andere Alltagsprodukt auch. Mit diesem Anspruch haben wir dann das Produkt entwickelt: etwas, das wir selbst tragen wollen. Seamless, super saugstark, dünn und mit einem schlichten, aber schmeichelnden Design. Am Ende ging es uns darum, eine Lösung zu schaffen, die sich nicht wie eine Alternative anfühlt, sondern wie der neue Standard. Ihr sprecht viel über „Bloody Confidence". Wie hat sich euer eigenes Verhältnis zum Thema Menstruation und Körperwissen verändert, seit ihr dais gegründet habt?Sehr stark. „Bloody Confidence" ist für uns kein Marketingbegriff, sondern beschreibt genau diese Entwicklung. Vor der Gründung war das Thema für uns, wie für viele, eher etwas, das man „managt", aber nicht wirklich versteht oder offen bespricht. Durch dais haben wir angefangen, uns viel intensiver mit unserem eigenen Körper auseinanderzusetzen: Zyklus, Bedürfnisse, Unterschiede. Und vor allem haben wir gemerkt, wie viel Unsicherheit eigentlich aus fehlendem Wissen entsteht. Heute gehen wir viel selbstverständlicher damit um. Weniger Scham, mehr Verständnis, und dadurch auch mehr Ruhe im Alltag. Genau dieses Gefühl wollen wir weitergeben.
Welche Herausforderung war für euch auf dem Weg vom ersten Prototyp am größten und wie habt ihr sie gemeistert?Die größte Herausforderung war definitiv, ein Produkt zu entwickeln, dem man wirklich vertrauen kann. Gerade bei Periodenunterwäsche ist die größte Hürde am Anfang immer die gleiche: Funktioniert das wirklich? Hält es dicht? Kann man sich im Alltag darauf verlassen? Was wir relativ früh verstanden haben: Viele Periodenprodukte, auch Tampons und Binden, werden in ihrer Saugfähigkeit mit Wasser getestet, nicht mit Blut. Das bildet die Realität nur sehr eingeschränkt ab. Deshalb war für uns von Anfang an klar, dass wir hier einen anderen Anspruch haben. Wir haben unsere Produkte gemeinsam mit externen Laboren mit synthetischem Blut getestet, um die tatsächlichen Bedingungen so realistisch wie möglich abzubilden. Parallel dazu hat es viele Iterationen gebraucht, bei Materialien, Schnitten und Aufbau. Wir haben viel getestet, verworfen und neu gedacht. Unser Anspruch war immer: Es reicht nicht, „gut genug" zu sein. Das Produkt muss sich so sicher anfühlen, dass man im besten Fall gar nicht mehr darüber nachdenkt. Das war ein intensiver Prozess, aber genau das macht heute den Unterschied.
Ihr setzt stark auf Community und Aufklärung. Welches Feedback oder Erlebnis aus eurer Community hat euch persönlich am meisten berührt oder bestätigt?Es gibt viele besondere Momente, aber vor allem unsere Events bleiben uns immer wieder im Kopf. Seit der Gründung haben wir unterschiedlichste Formate gemacht, mit unserer Community, Presse oder auch mit Creators. Und was uns jedes Mal aufs Neue überrascht: Sobald wir Menschen in diesem Kontext zusammenbringen, entsteht eine ganz besondere Atmosphäre. Es fühlt sich schnell wie ein sicherer Raum an, in dem Themen angesprochen werden, über die sonst oft nicht gesprochen wird. Menschen öffnen sich, teilen persönliche Erfahrungen und sprechen sehr ehrlich über ihren Körper, ihre Periode oder auch Unsicherheiten. Was uns dabei besonders berührt: Man verlässt diese Abende nicht wie ein klassisches Marketing-Event, sondern mit einem echten Gefühl von Verbindung. Das bestätigt uns immer wieder, wie groß das Bedürfnis nach Austausch und Offenheit ist und warum es so wichtig ist, genau diese Räume zu schaffen.
Periodenunterwäsche gibt es mittlerweile viele. Was war euch wichtig, damit sich dais‑Slips nicht nur technisch, sondern auch emotional von anderen Lösungen unterscheiden?Für uns ging es nie nur darum, ein Produkt zu entwickeln, sondern immer darum, eine Marke aufzubauen. Wir als Gründerinnen stehen für mehr als nur die funktionale Lösung eines Problems. Uns war wichtig, mit dais echten Mehrwert zu schaffen und unsere Community wirklich zu unterstützen. Der Zyklus ist etwas sehr Emotionales, und genau so muss sich auch alles anfühlen, was uns in dieser Zeit begleitet. Deshalb war für uns klar: Es reicht nicht, nur die technische Seite zu lösen. Gleichzeitig wissen wir, dass wir nicht „alle Probleme lösen" können. Die Periode ist viel mehr als nur das Bluten, sie bringt Veränderungen in Stimmung, Energie, Haut oder auch Schmerzen mit sich. Unser Anspruch ist deshalb nicht Perfektion, sondern Verlässlichkeit. Wir wollen ein Produkt und eine Marke schaffen, die dich in dieser Zeit unterstützen und es ein Stück leichter machen. Etwas, dem du vertrauen kannst ohne dir zu versprechen, dass plötzlich alles perfekt ist.
Wenn ihr in die Zukunft schaut: Welche Tabus, Mythen oder Wissenslücken rund um female health möchtet ihr als nächstes angehen? Was braucht es, um noch mehr „Bloody Confidence" in die Welt zu bringen?Es gibt noch viele Themen, über die zu wenig gesprochen wird - angefangen bei ganz grundlegenden Dingen wie Zyklusverständnis bis hin zu Themen wie Schmerzen, hormonelle Veränderungen oder auch der Einfluss auf den Alltag. Was wir oft sehen: Viele Frauen denken, bestimmte Beschwerden seien „normal", obwohl sie es nicht unbedingt sein müssten. Unser Ziel ist es, hier mehr Aufklärung zu schaffen, aber auf eine Art, die sich nahbar und nicht belehrend anfühlt. „Bloody Confidence" entsteht aus einer Kombination aus Wissen, guten Produkten und offener Kommunikation. Je mehr wir diese drei Dinge zusammenbringen, desto selbstverständlicher wird das Thema, und genau das ist die Richtung, in die wir gehen wollen.
Mehr als ein SlipBei dais geht es nie nur um das Produkt. Was Grace und Eva aufgebaut haben, ist ein Raum, in dem Körperwissen ganz selbstverständlich weitergegeben wird – ohne erhobenen Zeigefinger, ohne falsche Versprechen. Bloody Confidence klingt wie ein Slogan, fühlt sich im Gespräch aber eher wie eine Haltung an. Eine, die noch einiges vorhat.
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